Mittwoch, 30. Oktober 2013

SISSI:III

Kommt Anita zu Mittag nach Hause, ist Bruno bereits aufgestanden und hat sich für seinen Nachmittagsdienst als Kellner im Burgcafé zurechtgemacht. Sie wärmt das vorgekochte Mittagessen auf. Bruno deckt den Tisch. Im Obergeschoss öffnet sich eine Tür und Brunos Mutter erkundigt sich, was es heute zum Essen gibt, bevor sie die Stiege herunterkommt. Seitdem sie unter einer Katzenallergie leidet, verlässt sie die Wohnung im Obergeschoss ungern. Die Küchentüre bleibt während des Essens geschlossen, damit keine Katze in die Nähe der Mutter kommt. Durch das Küchenfenster sieht man, dass ein Auto nach dem anderem wie ein Film vorbeirast, in der Küche läuft dazu der Ton ab. Sie erheben sich vom Küchentisch. Die Mutter geht in ihre Wohnung zurück, der Sohn verlässt das Haus und geht zur Arbeit.
Als Anita aus dem Küchenfenster blickt und ihre Katze Sissi ausgestreckt neben einer Blutspur auf der Straße liegen sieht, beschließt sie, aus dem Haus an der Fernstraße wegzuziehen.

SISSI:II

Der Tag beginnt mit einer LKW-Lawine. Anita wird von einem Grollen, einem hohen Pfeifton und dem ununterbrochenen Klappern eines Kanaldeckels aus dem Schlaf gerissen. Ohne auf den Radiowecker zu blicken, weiß sie, dass es fünf Uhr ist, Bruno sich im Bett umdrehen und ihr den Rücken zuwenden wird. Er wird die Bettdecke über seinen Kopf ziehen und weiterschlafen. Auch an Tagen mit LKW- Fahrverbot wird sie um dieselbe Zeit wach, es ist ihr nicht möglich durchzuschlafen. Sie bleibt im Bett liegen, bis um sechs Uhr die Werkssirene in der naheliegenden Spannplattenfabrik den Schichtwechsel ankündigt. Nach dem Verstummen der Sirene, beginnen ihre Katzen an der Schlafzimmertür zu kratzen. Anita erhebt sich, schlüpft in den grünen Morgenmantel und geht, ohne einen Blick auf Bruno zu werfen, aus dem Zimmer. Vor der Schlafzimmertür wird sie von den drei Katzen mit hochgestellten Schwänzen begrüßt. Die Katzen laufen durch die Diele in die Küche, wo sie das Dosenfutter erhalten. Anita bückt sich, streicht ihnen mehrmals über das Fell und lobt sie. Nach der Fütterung beginnt sie ihre Morgentoilette. Beim Frühstück legt die Katze Sissi ihren Kopf und ihre Vorderpfoten auf ihre Oberschenkel. Bei der ersten Berührung durch ihre Hand beginnt sie leise zu schnurren. Um halb acht Uhr verlässt Anita die Wohnung, um ihren Halbtagsjob in der Annahmestelle einer Kleiderreinigung anzutreten. Vor dem Verlassen des Hauses kontrolliert sie, ob alle Fenster und Türen geschlossen sind. Fortsetzung folgt .....

SISSI:I

Seit Anita vor achtzehn Jahren in das Haus an der Fernstraße eingezogen war, hat der Autoverkehr stark zugenommen. Ein kleiner Vorgarten und eine hüfthohe Hecke trennen das Haus von der Fahrbahn. Immer weniger Sträucher werden im Frühjahr grün und sie verlieren bereits im Sommer die Blätter. Zurück bleibt eine Hecke aus dürren Ästen. Der Fahrtwind schleudert den Split und die Sägespäne auf den Rasen im Vorgarten. Auf den Fensterbänken ihrer Wohnung im Erdgeschoss liegt ein Gemisch aus Öl, Rußpartikeln und Staub. Wenn es schneit, ist der Schnee nach wenigen Tagen grauschwarz. Beim Kochen spürt sie hinter dem Küchenvorhang die Blicke der Fernfahrer auf ihrem Gesicht. Fährt ein LKW knapp an der Hecke vorbei, tritt sie instinktiv ein paar Schritte zurück. Die Gespräche mit ihrem Freund Bruno beim Mittagessen werden oft durch die Geräusche der Sattelschlepper unterbrochen. Er zieht sich auf die Bank hinter dem Haus zurück. Das Haus gehört seiner Mutter, die im Obergeschoss wohnt. Die überladenen LKWs bringen den Boden zum Zittern. Die Erschütterungen spürt man in der Wohnung beim Sitzen, beim Liegen im Bett und sie lassen sie abends lange nicht einschlafen. In ihren Träumen kehrt eine Situation immer wieder: Ein LKW kommt in das Schleudern, fährt auf das Küchenfenster zu, durchbricht die Hausmauer und landet in der Küche. Sie ist zwischen Motorblock und Wohnzimmerwand eingeklemmt, der Fahrer beugt sich aus dem Autofenster und verlangt von ihr einen Kaffee. Fortsetzung folgt.....

Sonntag, 15. September 2013

KUNST:TOD

Wir Menschen erleben es schmerzlich, wie schnell die Zeit vergeht. In der Jugend sind es die fröhlichen Stunden, ein Wochenende oder eine Urlaubswoche. In späteren Jahren spricht man darüber, dass ein Monat so schnell vergeht. Wird man älter ertappt man sich dabei wie man sagt, dass das letzte Jahr so schnell vergangen ist. Besonders gegen Jahresende wird dies schmerzlich bewusst. Noch später spricht man davon, wie schnell die letzten drei, fünf oder zehn Jahre vergangen sind. Am Heranwachsen der Enkel kann man besonders gut beobachten wie die Jahre vergehen. Einen einzelnen Tag nimmt man nicht mehr wahr.
Hat man ein Haustier, wie Hund oder Katze dann stellt man auch hier fest, wie die Tiere älter werden. Bei Hunden oder Katzen zählen ein Jahr wie sieben Menschenjahre. Im Bekanntenkreis hört man von Hunde-, Katzenbesitzern, dass die Tiere bei unheilbaren Krankheiten oder Altersbeschwerden von einem Tierarzt eingeschläfert werden. Diese Vorgangsweise sei eine humane Art, aber wie human ist ein künstlicher Tod. Das was als menschlich bezeichnet wird, ist manches Mal das Unmenschlichste.

Freitag, 23. August 2013

KUNST:KIND

Für manche Menschen ist die Haltung von einem Hund oder eine Katze ein Kinderersatz, oder für einen Lebenspartner . Die Menschen erzählen die unterschiedlichsten Begebenheiten aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis. Spricht man mit einem Hunde- oder Katzenbesitzer über ihre Haustiere, dann kann man mit einem längeren Gespräch rechnen. Wie bei den eigenen Kindern ist der eigene Hund oder die Katze die Schönste, der Bravste und die Gescheiteste. Hat eine Katze oder Hund dagegen in der Wohnung eine Vase oder einen Vorhang kaputt gemacht, dann sagt der eine Partner zum Anderem, dies war dein Hund oder Katze. Ähnlich verhält es sich, wenn es um die Betreuung von Kindern oder Tieren geht. Die Arbeit wird gerne auf den Anderen abgeschoben. Gibt es eine Krise oder einen Streit in der Partnerschaft dann ist es oft das Kind, welches als Pfand gegenüber dem Partner benützt wird. Im schlimmsten Fall wird damit gedroht, das Kind zu entführen. So werden auch Haustiere als Pfand benützt und mit dem Freilassen des Tieres gedroht. In solchen Situationen ist der Mensch grausamer als das Tier, er droht dem Anderem das zu vernichten, was dem Anderem an das Herz gewachsen ist. Man will sein Herz brechen.
Überrascht waren die Gäste in einem Restaurant, als eine Frau mit zwei Hunden an der Leine den Speisesaal betrat und einen Kinderwagen hinter sich herzog. In einem Gespräche sagte sie, dies sei ein Hundewagen mit Schiebedach. So sei es möglich, die Hunde in alle öffentlichen Gebäude und Lebensmittelmärkte mitzunehmen. Der Hundewagen wurde neben dem Esstisch platziert und die Hunde hineingesetzt.

Donnerstag, 15. August 2013

HILFE:ROM

Wenn man Haustiere hat, so stellt sich beim Verreisen die Frage, wer versorgt sie in der Abwesenheit. Die Katzen Benjamin & Sarah brauchen eine artgerechte Betreuung. DasVorhaben sie bei Freunden in Pflege zu geben schlägt fehl. In der ungewohnten Umgebung geraten sie sich in die Haare und versperren sich gegenseitig den Zutritt zum Fressen und zur Katzentoilette. Sie wollen nicht auf ihren gewohnten Wohnkomfort verzichten. Zurück in die gewohnte Umgebung.

Durch die Toskana verläuft die Autobahn geradeaus. Die Lichter der Häuser, der Dörfer strahlen in das Businnere. Die Lichter in unseren Herzen, alles eine Frage der Organisation. Wir sind froh, als wir im Pilgerhaus am Stadtrand von Rom ankommen, und unsere Zimmer beziehen. Zum Abendessen versammelt sich die ganze Reisegesellschaft im großen Speisesaal. Unser Tisch steht im Sektor B. Die Gespräche mit den Tischnachbarn, wer ist was in der kath. Kirche in Kärnten. Zurück auf die Straßen von Rom, vorbei an hupenden Autos. Eine stark frequentierte Kreuzung, das Geräusch von einem krachenden, schleifenden Blech. Einen Augenblick ist alles ruhig, alle Autos bleiben stehen, die Fußgeher drehen sich um. In der Mitte der Kreuzung liegen zwei gestürzte Mofafahrer. Einer richtet sich auf, der Andere liegt auf dem Bauch, das Gesicht auf den Asphalt. Er hat einen roten Helm auf. Die Räder der Mofas drehen sich weiter. Jemand klopft auf das parkende Auto der Carabinieri am Straßenrand. Die Hilfskette läuft an.

Donnerstag, 1. August 2013

LEBEN:LANG

Was können wir von den Haustieren lernen. In meinem Fall sind dies die Katzen Benjamin & Sarah. Zu den Fähigkeiten von Sarah gehört, dass sie Zimmertüren öffnen kann. Zuerst kratzt sie, in zeitlichem Abstand, zwei- bis dreimal an einer Tür und schaut mich dabei fragend an, ob ich bereit bin die Tür zu öffnen. Zeige ich keine Reaktion, dann springt sie die Tür hoch, hält sich für einen kurzen Moment mit beiden Vorderpfoten bei der Türschnalle fest und die Tür ist offen. Benjamin liebt den Platz ganz oben auf der Garderobe, auf der sogenannten Hutablage. Um dort hinzugelangen mache ich ihm die „Brücke“. Auf den Befehl „hüpf halt“ hüpft er auf den gebückten Rücken, von dort auf den Schuhkasten und weiter auf die Hutablage. Lernen können wir auch von den Katzen , jeden Tag ausgiebig zu schlafen und bei jedem Lärm in eine sichere Ecke zu verschwinden. Das lebenslange Lernen.

Donnerstag, 18. Juli 2013

STANGELE:FRESSI

sarah sprichIch rufe: „Sarah, wo bist Du, komm halt“. Sarah: „Ein höherer Platz bringt neue Einsichten. Wir können unseren Standpunkt frei wählen. Eure Kopflastigkeit, euer Kopf auf einem schmalen Hals wird zu einem Problem werden. Die Halswirbelsäule ist euer schwächster Punkt. Die Bildschirme zerstören eure Halswirbelsäule. Für viele von euch sind die PC die neuen Götter“. Ich: „Die PC sind unsere Sklaven, unser Personal“. Sarah: „Wir haben uns in eure Wohnungen eingeschlichen. Wir halten die Küchen, die Wohnzimmer, die Schlafzimmer, die Terrassen besetzt. Ihr seid unser Personal. Unsere Krallen sind unsere stärkste Waffe, aber wir machen unsere Pfoten nicht schmutzig. Wir lassen Krieg führen. Der nächste Krieg wird ein Krieg zwischen Katzen- und Hundebesitzer sein, ein Stellvertreterkrieg. Dann werden wir eine katzengerechte Welt einfordern, ohne Türen und Fenstern, alles offen“. Ich: „Willst du Stangele fressen“? Sarah:„Ja"
Benjamin & Sarah

PfoteHoch

....acht Pfoten und mehr.

Über

Dies ist die Geschichte der Wohnungskatzen Benjamin & Sarah, welche ein gutes Team waren, bis...

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Hallo Schlagloch :-)
Die arme Sissi! Mal sehen, wie es weitergeht .. :-) Grüßli...
schlafmuetze - 2013.11.01, 20:56
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Der natürliche Tod ist nicht unmenschlich. Wenn...
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